14. Mai - 23. Juli 2022
14. Mai 2022:
Zu Mittag kommen wir nach 26 Stunden in Auckland an. Am Flughafen ist wenig los. Die Einreise ist problemlos, die Beamtinnen sind freundlich, die Polizeihunde beschnüffeln schwanzwedelnd die wenigen Fluggäste und ihr Gepäck. Wir bekommen je drei Antigentests ausgehändigt, deren Ergebnis wir heute und am Tag 5 mittels E-Mail an das Ministry of Health melden müssen.
Die Gulf Harbour Marina, wo unsere 'Crocodile' am Hardstand steht, liegt auf der Whangaparaoa Halbinsel, mit dem Taxi etwa eine Stunde von Auckland entfernt. Wir haben natürlich erwartet, dass das Boot nach zwei Jahren am Hardstand verschmutzt sein würde, aber der Anblick ist dann doch sehr deprimierend. Die weißen Gelcoatflächen sind von einer schwarzgrauen schmierigen Schicht bedeckt, ebenso der Boden im Cockpit. Diese Schicht ist das von den Bootsrümpfen abgeschliffene Antifouling, das als Feinstaub vom Wind überallhin vertragen wird. Das Bootsinnere ist nicht arg verschmutzt und dadurch, dass der Luftentfeuchter ständig gelaufen ist, hat sich nirgends Schimmel gebildet. Wir kommen kaum in den Salon hinein, der vollgeräumt mit den voluminösen Cockpit- und Salonauflagen ist. In unserer Kabine ist der Raum unter unserem Bett offen, in dem sich die Batterien und die Bordelektrik befindet. Die große Doppelbettmatratze blockiert den Gang zum Bad und WC. Wer und warum das gemacht wurde, ist uns nicht klar. Obwohl das Boot nicht abgesperrt ist, fehlt auf dem ersten Blick nichts.
15. Mai:
Der Ladezustand der Batterien ist niedrig. Erwin will zum Aufladen der Batterien unser Landstromkabel anstecken, das ist nicht möglich, weil unser Kabel nicht in die Marinasteckdose passt. Also kein Landstrom und nur kaltes Wasser mit einem Schlauch auf das Boot geleitet.
Die Wassertanks sind zwar voll, aber die zentrale Wasserpumpe, die das Wasser von den Tanks in das Bootsinnere pumpen soll, ist nach zwei Jahren Stillstand tot. Es ist Wochenende, die Fachbetriebe am Hardstand geschlossen, das Boot ist ein Chaos, wir sind hundemüde und können wenig tun. Erwin zerlegt und säubert die Wasserpumpe, kann sie aber nicht mehr zum Laufen bringen. Wir haben eine Reservepumpe. Bis sie installiert ist und läuft, dauert es, weil die Anschlüsse der neuen Pumpe erst angepasst werden müssen. Erwin verbringt bei dieser Pumpenaktion einige Stunden eingezwängt unter dem Salontisch.
16. Mai:
Unsere Elektroprobleme können von einem Elektriker gelöst werden. Wir sind erleichtert. Leider nur für einen Tag, denn dann kommt Phil, der Hardstand-Manager und teilt uns mit, dass wir den Landstrom nicht verwenden dürfen, da unser Boot nicht das neuseeländische Zertifikat EWOF hat. Das Boot könnte in Brand geraten und alle anderen Boote in der Nähe auch. Die Versicherung würde den Schaden nicht decken, … es entwickelt sich eine hitzige Debatte. Ohne Landstrom können die Instandsetzungsarbeiten unmöglich gemacht werden, dazu reicht der Strom von den Solarpaneelen nicht aus. Erwin lässt sich dazu hinreißen anzudeuten, dass es für uns dann wohl das Beste wäre, unser Boot 'abzufackeln'. Phil besteht auf ein offizielles Gutachten. Schlussendlich kommt ein Inspektor auf das Boot, begutachtet die Elektrik und befindet sie für in Ordnung. Er bestätigt der Marina, dass sie den europäischen Standards entspricht und wir auch ohne EWOF keine Gefahr darstellen würden und bis Ende Juni an den Landstrom anschließen dürfen.
Es ist Winter, kalt, es regnet viel und es ist sehr windig, wie erwartet. Den Neuseeländern ist scheinbar nicht kalt, sie sind mit kurzen Ärmeln, kurzen Hosen und einige auch barfuß unterwegs. Das ganze Jahr über blühen hier exotische Blumen.
Am Hardstand ist viel Betrieb. Wenn es hell wird, das ist um 7Uhr, geht es mit dem Lärm und Gepiepse der großen Maschinen los und dauert bis zum Einbruch der Dunkelheit gegen 17 Uhr.
19. Mai:
Die Antigentests am Tag 5 sind bei uns beiden positiv. Wir können es zuerst gar nicht glauben, schauen entgeistert auf die Streifen bei C und T. Zwei Jahre Pandemie zu Hause haben wir ohne Ansteckung überstanden, jetzt hat es uns trotz viermaliger Impfung auch erwischt. Ich habe Halsschmerzen und Schnupfen und leichte Gleichgewichtsstörungen, Erwin ist soweit symptomfrei, ist aber schwindlig, wenn er sich vom Liegen aufsetzt. Wir sind, das haben wir telefonisch erfragt, für 7 Tage in Selbstisolation.
Die Temperaturen sind deutlich gefallen, zurzeit zieht ein Sturmtief durch und es regnet mehrmals täglich, zum Teil sehr heftig, wenn auch zumeist nur kurz. Das Deck ist dadurch deutlich sauberer geworden. Besonders unangenehm ist der starke und kalte Wind. Unser einziger Wunsch ist es, möglichst rasch von hier wegzukommen.
21. Mai:
Die nächste Pumpe, die nicht funktioniert. Es ist die Duschpumpe auf der Steuerbordseite. Es ist nur der Pumpenschalter und Erwin tauscht ihn gegen einen neuen aus.
22. Mai:
Die Fluchtluken müssen ausgebaut und durch die neuen, die wir von Wien mitgenommen haben, ersetzt werden. Der Ausbau ist eine Herausforderung. Erwin arbeitet stundenlang auf einem Gerüst stehend mit Trennscheibe und Bohrer über Kopf. Wenn wir nicht von Charles, der bei seinem Boot die Fluchtluken bereits gewechselt hat, wüssten, wie schwierig es ist, würden wir glauben, dass wir etwas falsch machen.
Beim Auspacken der neuen Fluchtluken sehen wir zwei Löcher im Acrylglas. Die Griffe, um von außen und innen die Luken zu öffnen, fehlen! Bei Charles hatten die neuen Fluchtluken Griffe. Wir müssen die 4 Griffe von den alten Fluchtluken unbedingt retten. Sie unbeschädigt abzumontieren, ist stressig. Der Gedanke, auf neue Griffe aus Frankreich am Hardstand, vielleicht wochenlang, warten zu müssen, ist schrecklich. Erwin kann die alten Griffe retten und nach zwei Tagen sind die neuen Fluchtluken montiert. Ein großes Problem ist gelöst, wir sind erleichtert. Nur zum Testen fährt Erwin mit einem flachen Schraubenzieher bei den alten Fluchtluken zwischen Acrylglas und Rahmen. Das Acrylglas lässt sich ganz leicht vom Rahmen lösen. Mit diesen Fluchtluken haben wir zwei Ozeane überquert. Wenn sich auf See das Glas vom Rahmen löst, dann füllt sich innerhalb weniger Sekunden ein Rumpf mit Wasser und der Katamaran ist verloren und die Mannschaft in akuter Lebensgefahr. Der Tausch der Luken war unbedingt notwendig.
26. Mai:
Heute sind wir Covid negativ und damit ist die Selbstisolation beendet. Wir haben pflichtgemäß unsere positiven Tests am 5. Tag per E-Mail an das Ministry of Health gemeldet. Das war der letzte Kontakt mit den öffentlichen Stellen. Unser Gefühl ist, dass es eigentlich niemanden interessiert hat.
27. Mai:
Inzwischen ist der neue Service-Schalter eingebaut. Der alte Schalter machte von Anbeginn an Probleme. Er hatte einen Lichtbogen, der uns immer wieder mit plötzlichen Stromausfällen gestresst und schließlich komplett versagt hat, was im Mai 2019 auf einem Ankerplatz der Fall war. Einen passenden Schalter gab es damals nicht, die Verbindung wurde deshalb in Opua von einem Elektriker kurzgeschlossen. Den Schalter haben wir während der Pandemie von Frankreich nach Wien schicken lassen und jetzt mitgenommen. Zusätzlich haben wir einen Notfallschalter einbauen lassen; falls die Motor-Starterbatterien versagen, kann mit diesem Schalter die Service-Batterie zum Motorstarten verwendet werden. Dieser sehr nützliche Notfallschalter ist in Neuseeland verpflichtend.
28. Mai:
Heute haben uns Veronika und Robert von der 'Seven Seas' besucht. Ihr Boot steht in der Whangarei am Hardstand. Sie warten auf neue Segel aus der Türkei.
29. Mai:
Die Arbeiten am Boot gehen gut voran. Einiges muss aus England und Dänemark bestellt werden. Wir hoffen, dass wir nicht allzu lange auf die Lieferungen warten müssen.
Erwin hat begonnen, die Ruder auszubauen. Die Leute von Volvo, die die Motoren in unserer Abwesenheit regelmäßig gewartet hatten, haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass die Ruder ein Spiel haben. Die Ruderlager sehen zwar unverdächtig aus, wir haben trotzdem neue mit Walzlagern aus Dänemark bestellt.
Seit wir wieder in Neuseeland zurück sind, kommt der Wind vorwiegend aus Norden. Von Robert von der ‚Seven Seas‘ wissen wir, dass einige Segelyachten in der Whangarei schon seit drei Wochen auf ein Wetterfenster für die Überfahrt nach Fidschi warten.
Das Wetter ist typisch für einen neuseeländischen Winter. Es regnet viel, zum Teil sehr heftig und kurz, der Wind ist kalt. In unserer Kabine hat es in der Nacht zwischen 12 und 16°. Der Thermo-Bär ist unverzichtbar. Wenn die Sonne hin und wieder scheint, sind die Temperaturen recht angenehm.
In den Nachrichten wurde von zwei Tornados in der Nähe der Hauptstadt Wellington, die im Süden der Nordinsel liegt, berichtet.
31. Mai:
Während wir beim Frühstück sitzen, wird bereits mit den Arbeiten an den Rümpfen begonnen. Uns wurde zugesagt, dass das Antifouling um den 10. Juni fertig sein wird. Das Antifouling muss aufgefrischt werden. Die Rümpfe wurden vor der geplanten Überfahrt nach Australien zweimal mit Antifouling gestrichen. Nach zwei Jahren am Handstand ist es ausgehärtet und dadurch wirkungslos. Es wird einmal nass geschliffen und dann wird noch einmal frisch gestrichen. Das soll für zwei Jahre wirksam sein.
Wir haben unsere Segel von Ben, einem Segelmacher von North Sails, den uns James von der ‚Uhuru of London‘ empfohlen hat, anschauen lassen. Er hat sie alle in die Werkstätte zum Ausbessern mitgenommen und wird uns ein Angebot machen. Der Lazy Bag hat sich komplett aufgelöst und muss erneuert werden.
Ben hat Erwin einige wertvolle Tipps gegeben, so haben wir gleich die Mastschlitten ausgebaut, gereinigt und mit einem speziellen Schmiermittel behandelt. Sie gleiten jetzt sehr gut, vor dieser Behandlung sind sie am Mast steckengeblieben, wahrscheinlich eine Folge des zweijährigen Stillstandes.
1. Juni 2022:
Die 5 neuen Service-Batterien werden eingebaut, eine hat 36 kg, insgesamt 600 Amperestunden. Der Tausch war zwar nicht zwingend notwendig, aber aus Sicherheitsgründen ratsam. Wir sind mit den Batterien immer sorgsam umgegangen, wir wissen aber nicht, wie das in den letzten zwei Jahren war. Wir haben jetzt die Victronconnect App und können den Batteriezustand bequemer und genauer beurteilen.
2. Juni:
Die zentrale Wasserpumpe springt immer wieder kurz an, nur etwa eine halbe Sekunde, ungefähr einmal pro Stunde. Wir schenken dem vorerst nicht viel Beachtung, denken an einen tropfenden Wasserhahn. Es lässt Erwin aber nicht in Ruhe und er begibt sich auf Ursachensuche.
Auf der Steuerbordseite ist seit dem Ablegen in La Rochelle immer wieder Wasser in den Bilgen. Einige Ursachen hat Erwin gefunden und beseitigen können. Jetzt müssen wieder 20 Liter entfernt werden. Hinter den Wand- und Plafond-Abdeckungen im Gäste-Head und in der Heck-Gästekabine ist es feucht, das Wasser muss vom Deck kommen und entlang der Seitenwände hinter den Abdeckungen in die Bilgen rinnen. Als Ursache vermutet Erwin die Deck-Luke im Gäste-Head oder die Relingstützen. Die Relingstützen sind es nicht. Erwin baut die Luke aus und gut abgedichtet wieder ein. Sie wurde ursprünglich schlampigst eingebaut und kaum abgedichtet. Nach ausgiebigem Regen in der Nacht große Enttäuschung, es ist wieder Wasser in den Bilgen, wenn auch deutlich weniger. Die Ursachensuche geht weiter. Wir öffnen den Raum unter dem Gästebett, wo sich der Heißwasserboiler und der Wassermacher befinden. Am Boden ist etwas Wasser. Eine Leitung tropft und Erwin ersetzt sie. Leider nicht das Ende, wir stellen fest, dass ganz wenig Wasser aus dem Boiler tropft. Das heißt, der Boiler ist nicht dicht und muss ersetzt werden. Eine erste Internetsuche ergibt, dass unser italienisches Modell in Neuseeland nicht angeboten wird.
Die neuen Hahnepots von Jimmy Green aus England wurden geliefert. Sie schauen sehr vertrauenserweckend aus, haben Ruckdämpfer eingeflochten, Schutzhüllen gegen Scheuern und nur eine Kausch. Die alten mussten ersetzt werden, da sie, als wir im starken Tidenstrom in Whitianga auf der Halbinsel Coromandel gelegen sind, Schaden genommen haben.
5. Juni:
Erwin hat Kontakt mit der Garmin-Vertretung in Neuseeland wegen des kaputten Displays am Steuerbord-Steuerstand, verursacht damals in Tonga durch Starkregen, aufgenommen. Das ist offensichtlich ein Produktmangel, auf einer Segelyacht müsste ein Display wasserdicht sein. Seit Tonga haben wir nur ein Display zum Anzeigen der Karten und der Bootsparameter. Wir schicken eine Sachverhaltsdarstellung und Fotos an die Garmin-Vertretung.
Über den Boiler-Hersteller Quick in Italien haben wir den Kontakt zum Importeur in Auckland bekommen. Erfreulicherweise erwartet er für 15. Juni eine Lieferung aus Italien mit einem Modell, das als Ersatz für unseren Boiler geeignet ist. Lediglich das Heizelement ist auszutauschen.
8. Juni:
Da die eine Luke vom Gäste-Head schlampig eingebaut und undicht ist, hat Erwin beschlossen, alle Deckluken auszubauen und zu kontrollieren. Von den bisher ausgebauten drei Deck-Luken ist nur eine ordentlich abgedichtet.
11. Juni:
Beim Ausbau der vierten Luke rutscht Erwin mit dem Stanley Messer ab und fügt sich eine tiefe Schnittwunde am linken Daumen zu. Sie blutet stark und ich muss sie mit 4 Nähten in Lokalanästhesie versorgen.
Wir haben die Wettervorhersagen von 'Predict Wind' wieder aktiviert. Wir werden, wenn alles wie geplant läuft, noch bis etwa Ende Juni hier mit dem Boot beschäftigt sein. Danach wollen wir zur Marsden Cove Marina, die rund 75 Seemeilen in nördlicher Richtung liegt, dort auf ein Wetterfenster warten und nach Fidschi segeln.
12. Juni:
Als Bodenbelag für den Salon und für das Cockpit haben wir Flexiteek. Es ist ein Kunststoff und sieht aus wie helles Holz. Es wurde beim Bootskauf als besonders geeignet empfohlen. Herausgestellt hat sich, dass es besonders empfindlich ist und in kürzester Zeit war der Boden unansehnlich und verschmutzt, Pflegemittel und Hochdruckreiniger haben kaum Wirkung gezeigt. Durch die zwei Jahre am Hardstand wurde der Boden mit einer dunklen, schmierigen Schicht bedeckt und hat das Problem zusätzlich verschlimmert. Erwin hat begonnen, den Boden mit einem Bandschleifer abzuschleifen und mit einem speziellen Mittel der Herstellerfirma zu imprägnieren. Das Ergebnis gefällt uns sehr gut. Laut Beschreibung müsste der Boden damit schmutzabweisend sein. Hoffentlich. Bis das gesamte Flexiteek bearbeitet sein wird, wird es einige Tage dauern.
13. Juni:
Das nächste Sorgenkind ist der Wassermacher. Er hat fast 4 Jahre sehr gute Dienste geleistet, jetzt benötigt er eine Reparatur und ein umfassendes Service. Heute hat Andy, sehr empfohlen von James von der 'Uhuru of London', damit begonnen. Ein benötigter Ersatzteil ist in Neuseeland nicht lagernd und muss angefertigt werden. Der Import von Frankreich würde viel zu lange dauern.
Die fehlende Sicherung für den Wassermacher wurde von Vaughan, der alle elektrischen Arbeiten bei uns am Boot macht, nun nachträglich eingebaut. Zuvor konnte der Wassermacher im Falle einer Fehlfunktion nur durch Abklemmen der Leitungen vom Stromkreis getrennt werden. Die Situation, dass sich der Wassermacher nicht abschalten ließ und Erwin die Stromkabel im Raum unter dem Gästebett abklemmen musste, hatten wir auf Waiheke Island, fünf Tage bevor die ‚Crocodile‘ am 24. Februar 2020 auf den Hardstand gekommen ist.
Am 17. Juni sind die Arbeiten am Wassermacher abgeschlossen. Die Funktion können wir erst überprüfen, wenn wir wieder im Wasser sind.
Den gestern gelieferten Boiler hat Erwin eingebaut. Der Wechsel des Heizelements war mühsam, weil der dafür notwendige spezielle 55mm dünnwandige Steckschlüssel in ganz Neuseeland nicht zu bekommen war, ein Import aus Italien würde mehrere Wochen dauern. Zum Glück wurde in der Volvo-Werkstätte ein verrosteter, halbwegs passender 2 1/4 Zoll Steckschlüssel gefunden. Zu unserer großen Überraschung wäre der Wechsel des Heizelements gar nicht notwendig gewesen. Wir sind davon ausgegangen, dass in unserem alten Boiler ein 500 Watt-Heizelement ist, tatsächlich war eines mit 1200 Watt drinnen, die gleiche Watt-Stärke wie beim neuen Boiler. Den speziellen Steckschlüssel brauchen wir trotzdem, um die Anoden regelmäßig wechseln zu können. Wir werden ihn beim Quick-Importeur in Noumea bestellen, wo wir ihn dann, wenn wir in Neukaledonien sind, abholen können.
Der Boiler wird durch die Motorabwärme des Steuerbordmotors und durch das elektrische Heizelement beheizt. Als Verbesserung haben wir einen Schalter montieren lassen, um die elektrische Beheizung des Boilers ausschalten zu können. Zum Beispiel auf Überfahrten kann der Strom für den Autopiloten wichtiger sein als heißes Wasser.
23. Juni:
Die Arbeiten am Boot sind im Wesentlichen abgeschlossen. Das, was noch zu erledigen ist, sollte in einigen Tagen machbar sein.
Es ist noch kälter geworden, besonders in den Nächten. Die Tage sind sehr kurz, die Sonne geht inzwischen erst um 7:34 Uhr auf und um 16:30 wird es schon wieder dunkel.
Am Hardstand ist sehr viel Betrieb, die Firmen sind ausgelastet und arbeiten unter Hochdruck. Die Grenzen sind wieder offen, die Bootseigner sind zurück und alle wollen ihre Boote herrichten lassen.
Wir benötigen noch einen Rigger. Das Fall vom Vorsegel ist an der Mastspitze verklemmt, lässt sich keinen Zentimeter bewegen. Ich will nicht, dass Erwin versucht, in 20 Meter Höhe das Fall zu befreien, er will es eigentlich auch nicht. Das Rigg benötigt ohnehin wieder einen Check. Zuletzt hat in der Vuda Marina auf Fidschi ein Rigger das Rigg begutachtet.
1. Juli 2022:
Heute sind die Rigger gekommen und haben den Rigg-Check gemacht. Sie haben alles sorgfältig überprüft und waren zu zweit 9 Stunden beschäftigt. Bei einer der unteren Wanten war ein Draht gerissen, die beiden unteren Wanten wurden daher erneuert, damit sie gleiches Material und Alter haben. Zum Glück war das passende Material in der Werkstätte vorhanden und musste nicht erst bestellt werden. Die Wanten waren auch nicht ausreichend gespannt. Ob das bereits seit La Rochelle der Fall war, wissen wir nicht. Bei den Checks auf Lanzarote, Rajatea und Fidschi wurde es nicht bemerkt bzw. nicht erwähnt. Das blockierte Fall vom Vorsegel wurde befreit. Das Fall läuft oben im Mast über eine Rolle in den Mast hinein und kommt unten wieder heraus. Die Rolle war zu schmal, sodass das Fall bei zu geringer Spannung aus der Rollenführung heraus konnte und in diesen Spalt hineingezogen und so komplett blockiert wurde. Die Rolle wurde durch eine breitere Rolle ersetzt. Das Fall war mit einem zu dünnen Holetau verbunden, dieses Holetau wurde ebenfalls ersetzt.
Wir dachten, dass der Rigg-Check eine reine Routine sein und rasch erledigt sein würde. Jetzt sind wir sehr froh, dass er hier noch gemacht wurde. Wir haben das Gefühl, dass es das erste Mal war, dass das Rigg professionell angeschaut wurde, dass es der erste richtige Rigg-Check war. Die angebrochene Want hätte bei rauer See versagen und zum Mastverlust führen können.
Der Temporary Import Entry Erlass für private Yachten, der Boote im Transit von der Mehrwertsteuer befreit, wurde um 12 Monate bis zum 30. Juni 2023 verlängert. Wir stehen nicht unter Zeitdruck.
Am 4. Juli wird die Tischplatte geliefert. Das dünne und unansehnliche Teakfurnier wurde abgeschliffen. Die Platte ist jetzt sandfarben hochglanzlackiert und sieht sehr gut aus, hoffentlich für längere Zeit.
Es hat sich herausgestellt, dass die teure Teakholzplatte vom Cockpit-Tisch eine billige Platte mit nur einem Millimeter dünnen Teakfurnier war und mit einem Teakumleimer, der eine massive Tischplatte vortäuschte. Beim zweiten Mal abschleifen kam die Sperrholzplatte darunter zum Vorschein.
Erwin hat die beiden Ruder ausgebaut und die neuen Ruderlager aus Dänemark eingebaut. Die neuen Ruderlager sind in einer wesentlich besseren Qualität mit Walzlagern. Die Ruder haben jetzt keinen Millimeter Spiel, so wie wir es erwartet haben. Vorher waren es an der Ruderspitze rund 3 cm. Das wird sich auf den Autopiloten günstig auswirken.
5. Juli:
Wir sind bei unserem neuseeländischen Freund Bruce und seiner Frau Carol zum Abendessen eingeladen. Sie haben ein Haus bei der Marina, direkt am Wasser. Sie haben einen Koch engagiert, der ein traumhaftes 5-Gang Menü auf den Tisch zauberte. Wir sind begeistert. Als Aperitif gibt es Taittinger. Den Champagner hatten wir 2020 zur Schiffstaufe ihrer VoodooWoman mitgebracht, die Schachtel mit einigen Palsteks umknotet. Kurz danach kam der Lockdown und wir sind nach Wien geflogen. Bruce hat den Champagner über zwei Jahre für den heutigen Anlass aufgehoben, eine ganz liebe Geste.
14. Juli:
Von Garmin Neuseeland haben wir die schriftliche Zusage, dass die Displays auf beiden Steuerständen ersetzt werden. Sie kommen von Australien und wir hoffen, dass sie bald geliefert werden.
Die Volvo-Werkstätte hatte den Außenbordmotor zur Reparatur, da er sich von uns nicht starten ließ. Leider können sie ihn nicht reparieren, sie vermuten einen gröberen Schaden. Wir müssen versuchen, ihn in der Whangarei reparieren zu lassen.
Unsere 'Crocodile' ist bereit für den Splash.
17. Juli:
Beim Startversuch der Bootsmotoren stellt sich heraus, dass die Starterbatterien ersetzt werden müssen. Beide Motoren können nur mit dem Notfallschalter, den wir vor einem Monat einbauen ließen, gestartet werden. Die Starterbatterien hatten wir am 19. Februar 2020, nur einige Tage bevor wir auf den Hardstand gekommen sind, erneuert, sie haben leider die zwei Jahre am Hardstand nicht überlebt.
19. Juli:
Es regnet heftig, den ganzen Tag und auch in der Nacht. Erwin muss noch die Propellermechanik einfetten. In das Propellergehäuse wird ein Nippel eingeschraubt, über den mit hohem Druck spezielles Fett eingepresst wird, bis es an verschiedenen Stellen herausquillt. Das ganze Gehäuse ist dann mit Fett gefüllt, Seewasser kann nicht eindringen und die Schmierung der Propellerflügel ist gewährleistet. Die neu gekaufte Fettpresse ist im handling mühsam, der Inhalt der Fettkartusche ist bereits beim ersten Propeller verbraucht, die Geschäfte sind bereits geschlossen. Wir haben zwar noch eine Fettkartusche von der alten, verrosteten Fettpresse, die passt aber nicht in die neue Fettpresse. Mit Holzspatel holen wir das Fett aus der Kartusche heraus und füllen es um, eine ziemliche Patzerei. Und das im Finstern mit Stirnlicht, wenigstens sind wir unter dem Boot vor dem Regen geschützt.
Das Streichen mit dem Antifouling auf den Unterseiten der Kiele, wo das Boot auf den Holzpflöcken gestanden ist, ist rasch erledigt. Um halb drei Uhr früh stehen wir wieder auf, ich halte die Taschenlampe und Erwin streicht die Unterseiten der Kiele ein zweites Mal.
20. Juli:
Pünktlich um 8 Uhr fährt der Kran mit unserer 'Crocodile' zum Wasser. Seit 24. Februar 2020 war sie auf dem Hardstand. Bruce ist gekommen, um uns beim Anlegen am Steg zu helfen, wir wollen noch drei Tage in der Marina bleiben. Wir sind froh, dass es endlich so weit ist, aber auch etwas angespannt.
Im Launch Path gehen wir an Bord um Hinauszufahren. Zuerst Blick in alle Bilgen, ob Wasser ins Boot eindringt, Rumpfdurchlässe geschlossen sind. Der Steuerbordmotor springt sofort an, der Backbordmotor ist tot (der Startversuch vor drei Tagen war positiv). Wir werden zum Reparaturdock, das gleich daneben liegt, geschleppt. Zwei Mechaniker von der Volvo-Werkstätte sind in wenigen Minuten da und kommen nach rund zwei Stunden zu der Diagnose, dass wieder einmal die 'Black Box' kaputt ist. Leider gibt es keine in der Werkstätte. Am späten Nachmittag lassen wir uns zu unserem Steg schleppen. Hier ist es ruhig, wir sind weit weg vom Lärm der Maschinen und den schweren Dieselmotoren.
21. Juli:
Ein Volvo-Mechaniker hat angeboten, die 'Black Box' vom Importeur in Auckland abzuholen, um lieferbedingte Verzögerungen zu vermeiden, was wir sehr zu schätzen wissen. Leider wurde die Rückholaktion von Volvo mit 30. Oktober 2021 beendet, sodass wir die 'Black Box' bezahlen müssen (rund 700 Euro ohne MwSt). Einziger Trost, wir haben zwei Jahre Garantie.
22. Juli:
Heute ist es fast windstill, der Himmel ist wolkenlos, in der Sonne ist es angenehm warm, wir genießen das sehr. Wir haben die Segel angeschlagen und die neue 'Black Box' wurde eingebaut. Morgen in der Früh wollen wir Richtung Norden zur Marsden Cove Marina segeln.
Wir hatten schon so richtig genug vom Hardstand, vor allem vom Lärm und Schmutz. Erträglich waren diese Wochen nur, weil die Leute, mit denen wir zu tun hatten, ausnehmend freundlich und kompetent waren und das 'Ripples Cafe' praktisch immer offen war und wir dort täglich am Vormittag unsere Cappuccinos getrunken und gegessen hatten. Auch mit Phil, dem Hardstand-Manager hatten wir letztlich ein gutes Einvernehmen.
23. Juli:
Die Wettervorhersagen sind günstig, kurz vor 8 Uhr Früh legen wir wie geplant Richtung Marsden Cove Marina ab. Erwin startet die Motoren, ich bin am Deck und mache die Leinen los. Erwin legt die Vorwärtsgänge ein und wir fahren zurück! Zeitgleich beginnt ein ohrenbetäubendes Alarmpiepsen und auf beiden Motorendisplays erscheint ein Batteriesymbol mit Rufzeichen. Im ersten Moment wissen wir überhaupt nicht, was los ist. Die Situation in der Box ist äußerst kritisch. Es dauert einige Sekunden, bis Erwin realisiert, dass die Propeller in die falsche Richtung drehen und wir zurückfahren. Zum Glück touchieren wir nur ganz leicht den Steg, aber kein Boot. Wir überlegen kurz, fahren dann aber mit den Retourgängen aus der Marina hinaus. Nach einiger Zeit hört das ohrenbetäubende Alarmpiepsen auf und wir entspannen uns wieder. Wenigstens verhalten sich beide Motoren gleich falsch. Der Alarm bei den Motoren mit dem Batteriesymbol ist für uns vorerst unerklärlich, weil wir sowohl neue Servicebatterien als auch neue Starterbatterien haben.
Die ersten eineinhalb Stunden bis zum Kap der Halbinsel Whangaparaoa, auf der die Marina liegt, müssen wir gegen starken Wind und Wellen motoren und kommen nur langsam voran. Nachdem wir am Kap vorbei sind, setzen wir nach zweieinhalb Jahren zum ersten Mal wieder die Segel. Ab da haben wir halben Wind und segeln mit Vollzeug mit rund 8 Knoten die Ostküste der Nordinsel zur Whangarei hinauf. Der Wind bläst mit rund 20 Knoten, das Boot läuft sehr gut: durchschnittliche Geschwindigkeit 6,1 Knoten, Höchstgeschwindigkeit 8,9 Knoten. Kurz vor unserem Ziel kreuzen wir eine Schule Delphine.
23. Juli - 21. August 2022
Nach fast 10 Stunden legen wir am Visitor-Dock der Marsden Cove Marina an. Es wird bereits dunkel und wir sind ziemlich ausgekühlt. Für eine shakedown cruise ein bisschen viel shake.
24. Juli:
Heute regnet es den ganzen Tag extrem stark, der Wind hat auf bis zu 45 Knoten in den Böen zugelegt. Die 'Crocodile' liegt gut vertäut am Steg.
Die folgenden Tage hat Erwin einen intensiven E-Mail Austausch mit dem Propeller-Hersteller EWOL in Italien. Es bleibt völlig unklar, warum die Propeller in die falsche Richtung drehen.
25. Juli:
In der vergangenen Nacht und heute Sturm mit Windspitzen bis zu 100 km/h in der Marina. Der Regen hat an Intensität zugelegt. Wir bleiben an Bord. Morgen soll es besser werden.
27. Juli:
Gestern haben uns Veronika und Robert von der 'Seven Seas' besucht, heute ein ganz junger Seelöwe. Verspielt ist er neben unserem Steg entlang geschwommen und dann wieder zurück an die Küste.
30. Juli:
Heute haben wir das Hundertwasser Museum in Town Basin, dem Zentrum von Whangarei, besucht. Es befindet sich in bester Lage direkt neben dem Yachthafen, eine beeindruckende Homage an den Künstler und Visionär. Die Neuseeländer haben Hundertwasser geliebt. Als wir vor zwei Jahren da waren, stand hier lediglich ein winziges Hundertwassergebäude, ähnlich einem Telefonhütterl. Gezeigt werden Exponate, die zwischen 1973 und 2000 in Neuseeland entstanden sind, ebenso Leihgaben aus Wien.
1. August:
Der Berg ruft! Wolkenloser Himmel, es ist fast windstill. Wir fahren zu den Whangarei Heads, die gegenüber der Marina auf der anderen Seite am Anfang der riesigen Bucht liegen. Wir besteigen den Mt. Manaia.
Für die Maori stellen die auf dem Bergkamm verbliebenen charakteristischen 5 Vulkanschlote flüchtende Menschen dar: Der Häuptling Manaia voraus, dann seine zwei Kinder und dahinter die schöne Pito, die er dem Häuptling Hautatu gestohlen hat. Hautatu verfolgt die Gruppe. Alle 5 sind durch Blitze des Wettergottes zu Stein geworden.
Der Track (hin- und zurück 6,6 km) mit 1129 Stufen führt durch dichten Wald mit schönen Lookouts auf die darunterliegenden Buchten zum Gipfel, einem kleinen Plateau mit 360° Rundumblick. Die Vulkanschlote sind unglaublich fest, die werden noch in tausenden von Jahren dort oben stehen.
3. August:
Heute hat Erwin die Gangkabel umgehängt, was wegen des schwierigen und beengten Zugangs eine äußerst mühsame Angelegenheit war. Dazu musste er am Steuerstand das Garmin-Display und eine Trennwand zur Steuerungseinheit im Motorraum ausbauen.
Wir können/wollen nicht auf Dauer mit den Vorwärtsgängen retour fahren und umgekehrt. Warum die Propeller nach zwei Jahren am Hardstand plötzlich in die falsche Richtung drehen, bleibt ein Rätsel. Auch der Hersteller EWOL in Italien, mit dem Erwin einen intensiven E-Mail-Austausch hatte, hat keine Erklärung, bzw. die genannten möglichen Gründe treffen bei uns nicht zu. Wirklich befriedigend ist die Lösung nicht, da sie rein symptomatisch ist, wir hätten gerne den Grund gewusst. Der Hersteller hat angeboten, die Propeller zur Überprüfung einzuschicken, das wollen wir vielleicht später bei einer günstigen Gelegenheit tun.
5. August 2022:
Erfreuliche Nachricht: Die Displays von Garmin sind auf dem Weg in die Marsden Cove Marina. Die Garmin-Vertretung in Neuseeland ersetzt nach 6 Jahren beide Displays auf Kulanz, was großzügig ist und worüber wir sehr froh sind.
11. August:
Die Whangarei mit ihrem geschützten und großen natürlichen Hafen und die den Hafen umgebenden Erhebungen bieten attraktive Ausflugsmöglichkeiten. Als Captain Cook 1769 hier ankam, fand er an den Ufern des Hafens prosperierende Maori-Siedlungen vor. Berichten zufolge lebten um die 3.000 Maori hier. Die Maori gaben dem Hafen den Namen 'Whangarei Terenga Paraoa' (der schwimmende Platz der Pottwale), da sich im Sommer große Gruppen an Pottwalen im Hafen aufhielten.
Einen entspannten Tagesausflug verbringen wir auf den Wanderwegen entlang des Hatea Rivers, der von Otuihau über die Whangarei Falls zum Stadtzentrum Town Basin führt. Die miteinander verbundenen abwechslungseichen Wanderwege, mit den in Neuseeland üblichen unzähligen Stufen, führen durch einen recht hügeligen, dichten Wald. Wir kommen auch an zwei ca. 500 Jahre alten Kauris vorbei, die man verschont hat.
Den Tag lassen wir in Town Basin bei Fish & Chips im Restaurant The Quay an der Waterfront mit Blick auf den Yachthafen ausklingen.
Der Außenborder ist beim Service und noch nicht fertig, die Wasserpumpe muss ersetzt werden. Unsere Visa laufen am 13. August ab, wir müssen um eine Verlängerung ansuchen.
14. August:
Das günstige Wetter für die Fahrt nach Fidschi hat sich in ein sehr ungünstiges verwandelt, Chris Parker, unser Wetter-Guru sagt 100 km/h Spitzenböen und Wellen bis zu 5 Meter voraus. So ist uns die Entscheidung abgenommen worden. Lieber in der Marina als draußen.
16. August:
Heute haben wir ein Interim-Visum bekommen, damit wir rechtmäßig im Land sind, da die Bearbeitung der Visaansuchen wegen des großen Andrangs einige Wochen dauert. Andrew, der Senior Customs Officer, bei dem wir in der Marsden Cove Marina ausklarieren müssen, ist sehr erleichtert. Er hätte nicht verlangt, dass wir bei Sturmwarnung wegen des Ablaufs unserer Visa ablegen, aber es ist trotzdem eine heikle Angelegenheit für den Zoll.
19. August:
Der Außenborder wird heute am Nachmittag geliefert worden und die Reparatur des Sonnenschutzes über dem Backbord-Steuerstand ist auch noch rechtzeitig fertig geworden.
20. August:
Wir machen im 4Square, dem Supermarkt in der Marina noch einen Großeinkauf. Im August ist hier wenig los, maximal 3-5 Kunden haben wir jeweils beim Einkaufen gesehen. Die Angestellte bei der Kassa kennt uns bereits und wünscht uns eine gute Überfahrt. Fidschi ist eine beliebte Urlaubsdestination vieler Neuseeländer, insbesondere im Winter.
Wir lassen die 5 Reservekanister mit steuerbefreitem Diesel füllen (-15%), die beiden Dieseltanks sind ja schon seit mehr als zwei Jahren voll. Brent, der Marina-Manager ist für die Eingabe des steuerfreien Preises extra am Samstag gekommen, sehr viel sparen wir dabei nicht. Er gibt uns noch Avocados aus seinem Garten für die Überfahrt mit. Brent kommt im September nach Fidschi, zur Regatta-Woche in der Musket Cove Marina. Wahrscheinlich werden wir dann auch dort sein.
21. August:
Um 7:30 treffen wir in der Marina Andrew, den Senior Customs Officer, zum Ausklarieren. Wegen der Visa-Problematik hat sich in den letzten zwei Wochen ein angenehmer Kontakt mit ihm entwickelt. Beim Abschied gibt er uns einen Zettel mit einer Telefonnummer, sollte es zu einem Notfall in neuseeländischem Seegebiet kommen und wir wieder umkehren müssen.
Um 10 Uhr fahren wir bei Sonnenschein und wenig Wind aus der Marina hinaus. Nach etwa einer halben Stunde, wir sind noch in der riesigen Bucht davor, schaltet Erwin den Autopiloten ein. Er zeigt sich nicht am Display, stattdessen kommt die Meldung ‚searching for Autopilot controller‘. Erwin variiert die Spannung zwischen 10 und 15 Volt, aber damit hat es nichts zu tun.
Um das Problem zu lösen, müssen wir zurück in die Marina. Wir legen wieder am Visitor-Dock auf unserem alten Platz an. Wir melden den Behörden, dass wir umkehren mussten. Wir hätten nicht gedacht, dass wir die Notfall-Telefonnummer tatsächlich brauchen würden. Warum der Ausfall des Autopiloten ein Notfall sein soll und wir ohne ihn zu zweit nicht nach Fidschi segeln können, konnte Erwin der Beamtin am Telefon allerdings nicht vermitteln.
Meine Stimmung ist am Tiefpunkt. Ich denke vor allem an die vielen Fleischlaibchen, die ich für die Überfahrt gebraten habe. Erwin beginnt mit dem Gerätetyp und der Fehlermeldung eine Internetsuche und wird durch Instinkt und Zufall rasch fündig, kann das Problem beheben. Um 12:45 fahren wir erneut aus der Marina hinaus und nehmen Richtung Norden Kurs auf Fidschi.